Das Ottinger Gotteshaus

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Das Ottinger Gotteshaus, vielleicht ursprünglich ein Holzbau, wurde zwischen 1057 und 1075 durch Bischof Gundekar von Eichstätt dem Schutzheiligen St. Richard geweiht, dessen Verehrung in Eichstätt im11. Jahrhundert begann.

St. Richard, ein englischer König (um 700), war Vater des hl. Willibald (1. Bischof von Eichstätt), des hl. Wunibald (Gründer des Klosters in Heidenheim a. H.) und der heiligen Walburga (Äbtissin in Heidenheim a. H.), die als Glaubensboten von England nach Deutschland kamen.

Das Kirchenpatrozinium weist auf Beziehungen der Ottinger Kirche zum Bistum Eichstätt hin, ebenso zum Kloster Heidenheim a. H. Vieles spricht dafür, dass dieses Kloster, dessen Missionstätigkeit vor allem das nördliche Ries umfasste, auch in Otting ein geordnetes Kirchwesen schuf. Otting war wohl eine Urpfarrei. Das Kloster Heidenheim a. H. besaß Zehentrechte in Otting (Urkunde von 1180).

Der älteste, geschichtlich nachweisbare Pfarrer von Otting, ein Ordensgeistlicher von Heidenheim a. H., wird 1150 erwähnt und hieß Ilsung. Er brachte aus Lucca in Italien um 1150 Reliquien des hl. Richard nach Heidenheim a. H. Teile davon vermutlich auch nach Otting.

 

Der Turm der Pfarrkirche St. Richard reicht in viel ältere Zeit zurück als das Langhaus. Der quadratische Unterbau des Turmes gehört wohl noch dem 14. Jahrhundert an. Die Kirche selbst dürfte in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts erbaut, also spätgotisch sein. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Kirche anscheinend beschädigt. Die Sakristei stammt aus dem Barock.